Ärztepodium zur Rose Suisse AG: Fachkräfte finden – wie bleibe ich als Arbeitgeber attraktiv?

«Der Fachkräftemangel vor allem in ländlichen Gebieten spitzt sich weiterhin zu. Die Suche nach geeignetem Personal sowie die Anstellung von Mitarbeitenden werden immer schwieriger. Sie machen sich Gedanken, wie Sie Ihre Praxis als Arbeitgeber attraktiver machen und wie Sie Fachkräfte behalten und gewinnen können? Möchten Sie mehr darüber erfahren, was die Grundzüge einer modernen Führungskultur sind und weshalb eine Leadership-Ausbildung für leitende medizinische Fachkräfte relevant ist? Lernen Sie an der Ärzteveranstaltung, wie Sie Aufgaben oder Tätigkeitsfelder delegieren, ohne die Kontrolle zu verlieren, und werden Sie erfolgreicher bei der Rekrutierung von Kolleginnen, Kollegen und Medizinischen Praxisassistentinnen/-assistenten. Teilen Sie Ihre Erfahrungen, diskutieren Sie mit Fachleuten, und stellen Sie Ihre Fragen direkt an unser Ärztepodium» (Zur Rose Suisse AG, 2023).

Auf Basis dieser Grundlagen konnte Sandra Oppikofer als Referentin und Podiumsteilnehmerin aus ihren Erfahrungen als Dozentin, als Organisationsentwicklerin und als Coach am Ärztepodium zur Rose Suisse AG mitwirken.

Ihre Schwerpunkte des Keynote waren:

  • Attraktiv sein durch moderne Führungskultur.
  • Attraktiv sein durch Leadership-Weiterbildung der Medizinischen Praxisassistentin (MPA) / Medizinischen Praxiskoordinatorin (MPK).
  • Attraktiv sein durch zeitgemässe Arbeitsmodelle und moderne Infrastruktur mit Digitalisierung.

Mit kritischen Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen, hat Sandra Oppikofer ihr Keynote gestartet: „Haben Sie tatsächlich einen Fachkräftemangel in Ihrer Praxis? Wenn nein, was machen Sie gut? Wenn ja, sind Sie genügend attraktiv für Bewerbende und für bestehende Mitarbeitende?“

Es ging Sandra Oppikofer nicht darum, den Teilnehmenden aufzuzeigen, was sie ändern müssen. Sondern der Fokus bestand darin, den Teilnehmenden zu ermöglichen, sich ihrer aktuellen Situation bewusster zu werden und vor allem Hinzuschauen, insbesondere auch was die eigenen Mitarbeitenden anbelangt.

Als Dozentin des Lehrgangs zur Medizinischen Praxiskoordinatorin (MPK) der Module Personalführung und Praxismanagement an Schulen in Bern und Zürich sowie in Luzern erhält Sandra Oppikofer einige Feedbacks von Kursteilnehmenden zu Situationen in den Arztpraxen. Stimmen der Kursteilnehmenden sind: „Mein Chef weiss nicht, was meine Weiterbildung beinhaltet. Ich darf das nicht oder ich darf das nicht selber entscheiden.“

An dieser Stelle erwähnt Sandra Oppikofer, dass es auch einige Praxen gibt, die den Einsatz einer Leitenden MPA oder MPK als Mehrwert für ihre Praxis erkannt haben und dieses Potenzial auch nutzen und gezielt einsetzen. Aus Sicht Sandra Oppikofer wird dem noch viel zu wenig Beachtung geschenkt. Die Arztpraxen investieren sehr viel Geld in diese Weiterbildung, in dem sie einen Teil der Kosten übernehmen. Wie diese Mitarbeitenden mit diesem neuen Wissen in die Praxis eingebunden werden, das fehlt jedoch vielfach. In der anschliessenden Podiumsdiskussionen wurden durch Regula Späni (Moderation) die Gründe für diesen Fachkräftemangel mit zusätzlichen Fragen erforscht. Erstaunlich war, dass die Podiumsteilnehmenden gleiche oder ähnliche Sichtweisen hatten.

Als Fazit aus diesem Anlass kann zusammenfassend folgender Satz genannt werden:

Die Mitarbeitenden wünschen sich mehr Wertschätzung, ein Mitgestalten und Mitwirken und eine Sinnhaftigkeit in ihrem Tun.

Dies gelingt aus Sicht Sandra Oppikofer mit Vertrauen in die Fähigkeiten der eigenen Mitarbeitenden und mit Verantwortung abgeben. Das heisst auch Mut haben zu Veränderungen. Eine moderne Führungskultur zeichnet sich darin aus, dass wir Wegkommen von «Der Chef weiss am besten wie es geht» und hin zu einem „Gemeinsam“ gelangen, indem die Mitarbeitenden ihren persönlichen Beitrag leisten dürfen.

Sandra Oppikofer möchte sich nicht vorstellen, wie es ist, wenn sie als Führungsperson alles am besten wissen muss. Sie meint, dafür gibt es doch die Mitarbeitenden, die mit ihrem Wissen einen wertvollen Beitrag zur Teamleistung beitragen können. Und das ist aus ihrer Sicht erst noch ein Motivationsfaktor und könnte ein Grund sein, um Personalabgänge zu verhindern.

Zu guter Letzt meint sie, dass Veränderungen immer sehr einfach klingen. Sind sie aber nicht. Sie sind mit Aufwand verbunden und brauchen Zeit. Das ist aber aus Sicht Sandra Oppikofer kein Grund, das nicht anzugehen oder zumindest zu prüfen.

Die Anlässe, die in Bern, St. Gallen und Luzern von der Zur Rose Suisse AG gemeinsam mit medkey AG, PonteNova AG und eastcare AG organisiert wurden, setzten aus Sicht Sandra Oppikofer einen Meilenstein.

Das Fazit deckt sich bei allen drei Anlässen im Grossen und Ganzen. Da ist doch ein Grund mehr, um Hinzuschauen und sich der Frage zu stellen: „Welches Potential besteht bei meinen Mitarbeitenden und wie nutze ich dieses besser oder gezielter?“ Aus Sicht Sandra Oppikofer kann dies dazu führen, dass Arztpraxen attraktive Arbeitgeber bleiben oder werden.

Quelle:
Zur Rose Suisse AG (2023). Ärztepodium: Fachkräfte finden – wie bleibe ich als Arbeitgeber attraktiv? Verfügbar unter: Veranstaltungen für medizinisches Fachpersonal | Zur Rose